Ehemaliges Autohaus wird Treffpunkt für Oldtimer-Fans
Marburg. Ein „Treffpunkt für mobile Leidenschaft" soll in der Frankfurter Straße in den ehemaligen Geschäftsräumen des Autohauses Herrmann entstehen.
„Mobile Leidenschaft" - dabei geht es um die Begeisterung für Autos, genauer genommen für alte Autos. Karsten Schreyer, Geschäftsführer der Marburger Firma s + s Grundbesitz, will genau dieser Leidenschaft einen Platz in Marburg geben. Im November will er einen Treffpunkt für Oldtimer-Freunde eröffnen - auf dem 2.500 Quadratmeter großen Grundstück, auf dem bis vor kurzem das Autohaus Herrmann Gebrauchtwagen und neue Audis verkaufte.
Weil Audi sein Vertriebssystem umstellt und deshalb europaweit allen Audi-Partnern die Verträge gekündigt hatte, entschloss sich Dr. Michael Herrmann, der Geschäftsführer des Autohauses, die Liegenschaft zu verkaufen und stattdessen auch mit dem Audi-Service in die Hauptbetriebsstätte der Firma in die Neue Kasseler Straße zu ziehen. Dort finden die Kunden seit dieser Woche das gesamte Herrmann-Angebot, das sich zuvor auf beide Standorte verteilt hatte.
Nun werden die Gebäude an der Frankfurter Straße im Auftrag der s + s renoviert, damit das neue Geschäft mit dem Namen „Galeria Classica" in knapp acht Wochen eröffnen kann. „Wir schaffen dort einen Treffpunkt, der es ermöglicht das Hobby ,Oldtimerei‘ gemeinsam zu leben", erläutert Karsten Schreyer, der selbst seit Jahren die Begeisterung für alte Autos pflegt und auch schon bei verschiedenen Oldtimer-Rallyes mitgefahren ist.
Das Konzept der Galeria Classica soll alle Aspekte dieses Hobbys abdecken. Geplant sind eine Meisterwerkstatt speziell für die Reparatur und Wartung alter Autos, eine KFZ-Sattlerei, ein Clubbereich mit Gastronomie sowie der An- und Verkauf von Oldtimern, Youngtimern und klassischen Sportwagen. Wer möchte, kann sein „Schätzchen" auch in speziellen Lagerräumen überwintern lassen - fachmännisch geschützt und gepflegt. Auch Events und Ausstellungen sollen in den Galeria-Räumen stattfinden.
Vorbilder für das Rundum-Konzept für Oldtimer-Liebhaber gibt es bereits in Berlin, Düsseldorf und Stuttgart, in anderen Großstädten entstehen gerade ähnliche Projekte.
Mit seinem Treffpunkt für Freunde alter Autos liegt Karsten Schreyer wahrscheinlich voll im Trend: Der Oldtimer-Markt verzeichnet jährliche Zuwachsraten von 8 bis 14 Prozent. „Oldtimer sind ein nicht mehr wegzudenkender Wirtschaftsmarkt", ist sich Schreyer sicher.
Das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg gibt ihm Recht: 283.000 Fahrzeuge mit dem so genannten „Historienkennzeichen" für Autos, die älter als 30 Jahre sind, waren im vergangenen Jahr in ganz Deutschland gemeldet. Besonders viele davon stehen in hessischen Garagen: Mit mehr als 13.000 Fahrzeugen landet Hessen im Oldtimer-Vergleich der Länder auf Platz fünf. Vor diesem Hintergrund hofft Karsten Schreyer auf Kunden aus ganz Mittelhessen. „Die Lage der Immobilie ist einfach ideal", sagt er, „mitten in Hessen - und mitten in Marburg."
von Sabine Nagel-Horn, Oberhessische Presse Marburg (Artikel als PDF anschauen - 1.8MB)
